Computerisierte Stimmenauszählung bei der Kommunalwahl 2008 in Bayern

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[…] Nach Aussage eines Schulungsleiters für das System könnten die Wahlhelfer bei Benutzung des neuen Systems “die Hirne ausschalten, die Software erledige alle Zählaufgaben”. Eine derartige Grundeinstellung ist sicher nicht förderlich für eine demokratische, transparente Wahl. Bei [CCC]{.caps}-Recherchen in den Gemeinden stellte sich heraus, dass es keine allgemeingültigen Richtlinien zur Behandlung der neuen computerisierten Wahlauszählung gibt. Die Gemeinden bestimmen die Modalitäten der Auszählung mit dem manipulationsanfälligen Barcodesystem also nach Gutdünken. So lagert eine Gemeinde die Windows-Computer über Nacht unbewacht in den Wahllokalen, während eine andere Gemeinde gar die Wahlhelfer bittet, einen eigenen Rechner von zu Hause mitzubringen, auf dem dann die Auszählungssoftware laufen soll. Die Barcodestifte selbst sind denkbar einfach über spezielle Strichcodes umkonfigurierbar – dies ist auch bei der Auszählung nicht abschaltbar. So kann ein einziger manipulierter Stimmzettel in der Urne den Barcodestift, der für die Auszählung benutzt wird, umprogrammieren. \[…\] – [[CCC]{.caps} \| Bayerische Kommunalwahl 2008: Computerisierte Auszählung mit Barcodes unsicher und intransparent](http://www.ccc.de/updates/2008/kommunalwahlen-bayern-2008?language=de)
Jan Beilicke

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