"žAntisoziales Verhalten„ durch Lautsprecher-Kameras disziplinieren

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Die spinnen, die Briten. Wieso fühle ich mich da nur an den Teleschirm ("žTelevisor„) aus "ž1984„ erinnert?

Aber wetten, dass dieser Dreck zu uns rüberschwappt? Bedenklich daran ist immer wieder, wie debil und manipulierbar die Bevölkerung ist, die den Überwachungsstaat noch zu befürworten scheint – auch hier in Deutschland.

Ich kann dieses “Ich hab ja nix zu verbergen” nicht mehr hören – anderen geht es genauso

[...] Bronner meint, die sprechenden Überwachungskameras würden die Straßen sicherer machen und das Verhalten von Störenfrieden verändern. Man hofft gewissermaßen auf ein Panoptikum zur gesteuerten Modifizierung des Alltagsverhaltens, wodurch die Menschen auf den öffentlichen Plätzen wie in Gefängnissen einer vom Staat erlassenen Disziplin unterworfen werden. [...] – TP-Artikel

Mehr dazu auch bei heise online: Öffentliche Lautsprecher gegen "antisoziales Verhalten"

Passend zum Thema ein umfangreicher und sehr empfehlenswerter Artikel von Pär Ström, Autor von "žDie Überwachungsmafia„. Merkwürdigerweise veröffentlicht auf dem Server des Deutschen Bundestages ("žDas Parlament„) – ich unterstelle mal ein Versehen ;)

[...] Aber glaubt jemand wirklich ernsthaft daran, dass die Innen- und Justizminister von morgen aufstehen und “das Ende der Überwachung” verkünden, wenn sie nicht von den Bürgern gezwungen werden?

Die aktuelle Situation erfordert den Aufstand der Bürger gegen einen politischen Stand, der seinen eigenen Herrschaftsbereich auf unsere Kosten vergrößern will. Sie erfordert selbstbewusste Bürger, die der Schnüffelei eine klare Absage erteilen. Sie erfordert ein Bewusstsein für den Wert der Privatsphäre, bevor es zu spät ist. Denn Privatsphäre ist wie Sauerstoff: Erst wenn keiner mehr da ist, weiß man ihn zu schätzen. [...] – Pär Ström

Nachtrag: Kai berichtet ebenfalls, und darüberhinaus über die Ausstattung von CCTV (Kameras) mit Mikrofonen, beispielsweise in Soho (London), Chicago (2004), bei der Olympiade in Athen und vorraussichtlich auch in Bejing 2008.

Jan Beilicke

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